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Dürfen wir mit der Welt tun, was wir Menschen wollen?

Hoffentlich haben Sie oder viele von Ihnen Ferien und Urlaub mit Erfahrungen in schöner und intakter Natur hier oder anderswo erleben dürfen. Schauen wir von da auf die Situation unserer Welt und Gesellschaft in Deutschland.
Nach der Sommerpause mit viel Gerede in der Politik ohne konkrete Ergebnisse, wie es alljährlich das journalistische Sommerloch mit sich bringt, stelle ich die obige Frage. Die jungen Menschen, die freitags demonstrieren und hoffentlich nicht locker lassen bis wirklich etwas getan wird und nicht nur Absichtserklärungen gegeben werden, geben da eine aus dem Herzen kommende Antwort.
Biblisch ist die Bestimmung des Menschen eindeutig: Solange er auf der Erde lebt, hat er die Aufgabe den Garten Gottes zu bebauen und zu bewahren und Jörg Zink, evangelischer Übersetzer der Bibel und guter Kenner der biblischen Kultur hat schon vor Jahrzehnten daraus abgeleitet: "Wer die Erde vergiftet und sagt: 'Die Erde gehört mir!' , der ist ein Räuber. Dann gilt: Wer die Erde ausbeutet und zu Öl und Kohle sagt: 'Das ist mein!' , der ist ein Räuber. Wer das Wasser verdirbt und seine Tiere verkommen lässt, der ist ein Mörder. Wer die Luft dunkel und schwer macht und schmutzig, der ist ein Verbrecher an allen anderen Wesen. Wer zum Baum sagt: 'Du gehörst mir!' , der ist ein Dieb. So klar muss das einmal gesagt werden."
Trotz aller persönlicher und gesellschaftlicher Widersprüche in Bezug auf den ökologischen Fußabdruck, scheint mir heute stärker noch als in den 80er Jahren eine neue Ethik möglich zu werden, wie sie Jörg Zink gefordert hat. Eine Ethik mit der obersten Maxime, dass der Mensch "nichts tun (soll), ehe er weiß, was er tut, warum er es tut, wozu er es tut, was geschieht, wenn er es tut, und der sich fragt, ob er es überhaupt tun solle."
Niemand weiß, wie die Chancen für das Leben auf unserer Erde wirklich sind, wenn das Ruder herumgerissen wird, wenn alles getan wird, was möglich ist, um die Klimaerwärmung und die Vergiftung der Umwelt zu stoppen. Klar ist, dass dies nicht kostenlos zu haben ist. Jede und jeder gehe den je persönlichen Weg und treibe die Politiker, gleich welcher Partei, vor sich her. Es muss ein Ruck durch diese Welt gehen.
Gesegnet zu sein bedeutet immer auch Segen zu sein, für die Umwelt und für die kommenden Generationen. In diesem Sinne
Shalom Thomas Eckerle, Pastoralreferent
PS.: Eine Anregung von Brot für die Welt: https://www.fussabdruck.de/

Hier schreiben die katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Rheinstetten wöchentlich im Wechsel.
Das Bild zeigt v.l.n.r.: Pfarrer Gerd Ziegler, Pastoralreferent Markus Müller, Pfarrerin Ann-Kathrin Peters, Gemeindereferent Sebastian Kraft, Pfarrer Reinhart Fritz und Pastoralreferent Thomas Eckerle.
Das Wort für die Woche finden Sie auch in Rheinstetten Aktuell.