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Bitte warten! Nur noch einen Moment Geduld!

Wer kennt das nicht, das Internet funktioniert nicht oder eine Sendung wurde falsch geliefert. Man versucht dann etwas zu bewirken, ruft die Hotline an und bekommt als erstes zu hören: Bitte warten!
Das geht gar nicht. Warten! Wer hat heutzutage dafür schon Zeit?
Innerhalb von Minuten kann ich bequem und schnell einkaufen, Rechnungen zahlen, Musik hören und vieles mehr. Manches davon sogar zur selben Zeit!
Warten, muss sich heute lohnen! Ob das zurzeit Jesu wohl anders war?
Schauen sie doch mal in das kommende Sonntagsevangelium. Das stammt aus dem Evangelium nach Markus, wer es nachschlagen möchte: es ist das 4. Kapitel, Vers 26-34
Dort erzählt Jesus vom Reich Gottes. Er nutzt dazu das Bild des Sämanns. Dieser sät Korn und muss warten bis es reif ist. Jesus erklärt mit dem Bild, dass das Reich Gottes schon auf der Welt da ist. Und weiter erklärt er, dass es wachsen muss bis es „Erntereif“ bis es „Erfüllt“ ist. Der Sämann kann nichts für das Wachstum der Pflanzen tun, er kann die Umstände (Boden, Bewässerung, Licht) beeinflussen. Aber ob die Pflanze wächst oder nicht, liegt nicht in seiner Macht. So ist es auch mit dem Reich Gottes, mit dem was wir „glauben“ nennen.
In jedem von uns ist ein „Körnchen“ Glaube, ein „Seelenfünklein“ (wie der Mystiker Meister Eckehart es ausdrücken würde), ein Potential gelegt. Was daraus wohl wird?
Der „Sämann“ Gott, überlässt uns die Entscheidung ob wir das was in uns gelegt wurde, was uns geschenkt wurde, wachsen lassen wollen. Er wartet und erwartet unser Reifen, unser erfüllter Werden von dem was er an Glaube in uns gelegt hat. Gott benötigt vermutlich dafür viel Geduld mit uns. Denn oft haben wir nicht das Interesse unseren Glauben wachsen zu lassen, oft warten wir auf „günstigere“ Umstände, oder resignieren weil wir unser „Korn“, unser „Seelenfünklein“ unser Potential nicht erkennen. Doch Gott gibt sich unbeeindruckt. Er vertraut darauf, dass wir reifen, dass wir erfüllter werden.
Vielleicht können wir uns ja etwas von dieser Haltung Gottes, für unser Leben in die kommende Woche retten.
Vielleicht schaffen wir es zu warten, zu vertrauen, dass ein lieber Mensch, ein Bekannter oder gar ein fremder Mensch sein Potential, seine Möglichkeit zum Wachstum nutzt.

Sebastian Kraft, Gemeindereferent

Hier schreiben die katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Rheinstetten wöchentlich im Wechsel.
Das Bild zeigt v.l.n.r.: Pfarrer Gerd Ziegler, Pastoralreferent Markus Müller, Pfarrerin Ann-Kathrin Peters, Gemeindereferent Sebastian Kraft, Pfarrer Reinhart Fritz und Pastoralreferent Thomas Eckerle.
Das Wort für die Woche finden Sie auch in Rheinstetten Aktuell.